Aktuelles

  • Wir sind in Würzburg und auf Mastodon

    Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg hat begonnen. Sexualisierte Gewalt und deren Aufarbeitung werden Thema einiger Veranstaltungen sein, über die wir zeitnah auf unserem brandneuen Social Media Account auf mastodon berichten werden. Hier ist die Adresse:

    @aufarbeitung_von_unten@social.cologne

  • „Sichtbarkeiten“- Ausstellung: Geschichten und Perspektiven Betroffener sexualisierter Gewalt in der Kirche

    Vom 20. bis 26. Mai veranstalten Eckiger Tisch und die Betroffeneninitiative Hildesheim im Kunstquartier Bethanien in Berlin-Kreuzberg eine Fotoausstellung zu den Geschichten und Perspektiven Betroffener sexualisierter Gewalt in der Kirche.

    Das dreiteilige Projekt von Ilonka Czerny, Jens Windel und Simone Padovani unter dem Titel „Sichtbarkeiten“ setzt den Fokus vor allem auch auf das Leben nach der Erfahrung sexualisierter Gewalt, die Herausforderungen und Verwundungen der Betroffenen sowie den gemeinsamen Kampf um Gerechtigkeit.

    Vernissage und Podiumsdiskussion

    Zur Eröffnung der Ausstellung am 19. Mai 2026, 18.30 Uhr, findet eine Podiumsdiskussion statt zum Thema
    Wie weiter mit der Aufarbeitung?
    Braucht es mehr staatliche Verantwortungsübernahme?

    Podiumsgäste sind:

    • Kerstin Claus (UBKSM)

    • Prof. Dr. Sylvia Schraut (Aufarbeitungsforscherin)

    • Norbert Altenkamp (Religionspolitischer Sprecher der CDU)

    • Matthias Katsch (Sprecher u. Geschäftsführer von Eckiger Tisch)

    Moderieren wird Felicitas Boeselager vom Deutschlandfunk.

    Wann: 19. Mai 2026 | 18:30 Uhr

    Wo: Kunstquartier Bethanien (Projektraum 1)

    Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

    Das Event wird zusätzlich live auf dem Youtube-Kanal von Eckiger Tisch gestreamed:
    https://youtube.com/live/kNbsZyvenPw

    (Eckiger Tisch/avu)

  • Offener Brief an Bischof Heinrich Timmerevers

    Der Ortskirchenrat der Gemeinde Heilige Familie Falkenstein/ Vogtland fordert in einem offenen Brief an Bischof Heinrich Timmerevers unabhängige und transparente Aufarbeitung unter Einbeziehung der Betroffenen, wie es in der Vereinbarung der Deutschen Bischofskonferenz mit dem damaligen Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) bereits am 28. April 2020 (sic!) vereinbart worden war.

    Wir veröffentlichen den offenen Brief hier auf unserer Website.

    In den vergangenen Wochen wurde in der Kirchenzeitung Tag des Herrn (Nr. 7 vom 29. März 2026, S. 35, und Nr. 8 vom 12. April 2026, S. 17) über diesen Brief berichtet, der bislang in seinem Wortlaut nirgendwo veröffentlicht worden war.

    Hintergrund ist eine jahrelange Verzögerung der Aufarbeitung im Bistum Dresden-Meißen.

    Erst 2023 wurde gemeinsam mit dem Erzbistum Berlin, dem Bistum Görlitz und der Militärseelsorge eine Aufarbeitungskommission installiert, die zum 1. Juni 2025 in einer deutschlandweit einmaligen Vorgehensweise just zu dem Zeitpunkt aufgelöst wurde, als nach einer verzögerten, doch schließlich stattgefundenen erfolgreichen Ausschreibung eine Aufarbeitungsstudie beauftragt werden sollte. Offen bleibt, ob die aktuelle Ausschreibung zur Bildung eines Betroffenenbeirats mit einem Auswahlverfahren, dass bereits in der Vergangenheit unsererseits kritisiert worden war (vgl. offener Brief zur institutionellen Aufarbeitung von Christiane Gläser vom 9. Mai 2022 und Brandbrief von Christina Meinel vom 30. April 2021) und drei Jahre lang nicht von Erfolg gekrönt war, letztlich einem anderen Zweck dient, als Aufarbeitung im Bistum Dresden-Meißen weiter zu verzögern. Mehr desselben ist offensichtlich nur in dieser Hinsicht zielführend. (avu)

  • Filmpremiere: Gefangen im Schweigen – Vom Trauma zur Sucht

    Eckiger Tisch e.V. lädt am 09. Dezember 2025 ein zur Premiere des Films „Gefangen im Schweigen – Vom Trauma zur Sucht“, ein Kurzfilm über die Langzeitfolgen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit und Jugend.

    Im Anschluss an die Vorführung des ca. 30-minütigen Films findet eine Gesprächsrunde mit Dr. med. Werner Tschan (Psychiater und Psychotherapeut mit dem Schwerpunkt Trauma und Gewaltprävention), der Regisseurin des Films Leona Goldstein (Journalistin und Traumpädagogin) sowie zwei der Protagonisten des Films, Christiane Gläser (Gründungsmitglied der Initiativgruppe Aufarbeitung von unten und Referentin für die Prävention von sexualisierter Gewalt) und Markus Elstner (Betroffener sexuellen Missbrauch und Gründer der SHG WegWeiser Bottrop) statt.

    Mit diesem Film möchten wir über die schwerwiegenden Langzeitfolgen von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend aufklären, um aufzuzeigen wie vielfältig und weitgreifend die Folgen für Betroffene sind.

    Melden Sie sich hier an, um am 09.12.2025 den Film vor der offiziellen Veröffentlichung vorab zu sehen.

    Datum: am 09. Dezember 2025 um 19:00-21:00 Uhr
    Ort: Hörsaal der Psychologischen Hochschule Berlin (Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin)
    Der Hörsaal befindet sich im EG-Bereich hinter dem Fahrstuhl und vor dem Treppenhaus und ist ausgeschildert.

    Da die Platzanzahl begrenzt ist, bitten wir Sie, sich hier anzumelden, wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten.

  • Mit offenen Augen und einem mutigen Herzen

    Auch in diesem Jahr soll der 18. November dem Gedenken der Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche dienen. Er soll dieses dunkle Thema in den Fokus rücken und uns, die Opfer. Der Schaden, der uns zugefügt wurde, ist unermesslich, so viele Jungen, Mädchen, Frauen und Männer haben tiefe Verwundungen davongetragen. Am 18. November also sollen Gebete heilen, was Menschen zerstört haben.

    Ich bin eine Verwundete und ich sage euch: Wir brauchen nicht eure Gebete, keine Pflaster und Verbände, um zuzudecken, unsichtbar zu machen, was so klafft. Wir brauchen euren Mut hinzuschauen, mit offenen Augen und einem mutigen Herz. Versteckt euch nicht hinter Gott und betet dafür, dass er tun möge, wofür euch der Mut fehlt. Geht voran und seid die Schäfer, zu denen Gott euch berufen hat. Kein Schäfer würde ein Schaf anklagen, wenn der Wolf es anfällt, ihm die Schuld geben oder andere Wölfe fragen, ob das Schaf im Recht sei. Niemand würde von dem Schaf verlangen zu beschreiben, wie hoch das Gras war, während es in den offenen Rachen des Wolfes gestarrt hat.

    Was ihr Aufarbeitung nennt, erleben wir als Hohn. Wir sollen uns beweisen als Opfer, sollen unsere Wunden aufreißen, uns bloßstellen vor euch. Wir sollen uns der Gefahr aussetzen, von einem weiteren Vertreter der Kirche zum Opfer gemacht zu werden. Die Unschuldsvermutung gilt für die Täter, nicht aber für uns? Wir sind verdächtig, wenn wir uns nicht erinnern, ob der Raum an einem der schlimmsten Tage unseres Lebens hell erleuchtet war oder nicht? Ob es Gardinen gab, oder wie der Teppich aussah? Wir sind verdächtig, wenn wir lange geschwiegen haben? Wir sind verdächtig, wenn wir „mittellos” sind? Wir sind verdächtig, wenn wir zweifeln angesichts der riesigen Drohkulisse, die Kirche seit Jahrhunderten für Menschen darstellt? Es wäre genauso leicht, uns zu glauben wie den Beschuldigten.

    Es wird so viel Energie darauf verwendet, den Schaden in der Kirche klein zu halten, und so wenig, ihn wirklich zu beheben. Wir sind da, wir sind viele und wir verschwinden nicht, ob es euch plausibel scheint oder nicht. Sexuelle Gewalt ist nie plausibel, sie ist auch nie sachlich zu erklären und nie ist sie ein einzelner Fehltritt. Sexuelle Gewalt ist Methode, Berechnung, Macht, Planung, und sie wiederholt sich, immer. Ihr könnt sie nicht klein reden oder weg plausibilisieren. Wir haben Gewalt erlebt, wo wir Schutz erleben sollten, und es ist eure Pflicht und Verantwortung, euch diesem Schmerz zu stellen und Kirche wieder zu einem sicheren Ort zu machen.

  • Aktionsbündnis der Betroffeneninitiativen beim Bürgerfest des Bundespräsidenten

    Mit dem bundesweiten Aktionsbündnis der Betroffeneninitiativen gegen sexualisierte Gewalt im kirchlichen Kontext sind wir zu beim diesjährigen Bürgerfest des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am 12. und 13. September 2025 zu Gast. Unter dem Motto: „Ehrensache – Ich bin dabei“ präsentiert das Aktionsbündnis gemeinsam mit 50 gemeinnützigen Organisationen, Initiativen und Unternehmen im Park von Schloss Bellevue seine Arbeit.

    „Wir freuen uns, einer breiten Öffentlichkeit unser Engagement gegen sexualisierte Gewalt im kirchlichen Kontext vorzustellen. Die transparente Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Kirche und Gesellschaft steht im Mittelpunkt unserer Arbeit“, so Jens Windel, Initiator und Sprecher der Betroffeneninitiative Hildesheim. Das Bündnis aus 14 Betroffeneninitiativen und Vereinen engagiert sich seit 2019 gemeinsam für die Anliegen von Betroffenen.
    Jens Windel: „Wir möchten die Stimmen der Menschen hörbar machen, die in ihrer Kindheit und Jugend unermessliches Leid erfahren haben. Gemeinsam treten wir für finanzielle Gerechtigkeit und faire Entschädigungsverfahren ein.“

    Ein zentrales Anliegen der Initiativen ist die Abschaffung der Verjährung bei Missbrauchstaten. Die professionellen Fachberatungsstellen für Betroffene und Angehörige sollen ausgebaut und finanziell besser ausgestattet werden. Das Aktionsbündnis appelliert an Verantwortliche in Kirche und Politik, die Rechte und Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen und verbindliche gesetzliche Grundlagen für Aufarbeitung und Prävention zu schaffen.

    Hier geht es zu einem Video unserer Aktion:

    https://youtu.be/UtIcqdQqwLY

  • Melanie F. kämpft für Gerechtigkeit

    In einem Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Köln wird über die Schmerzensgeldklage gegen das Erzbistum erneut verhandelt werden. Melanie F. wurde als Kind von einem Priester missbraucht, der für sie als Pflegevater eingesetzt worden war.

    Für die Prozesskostenunterstützung sammelt der Verein ECKIGER TISCH Geld.
    Weitere Informationen finden Sie unter

    https://www.eckiger-tisch.de/unterstutzung-fuer-melanie-f/

  • Unsere aktuellen Forderungen an die Bischöfe

    Vom 27. Februar bis zum 2. März 2023 tagt die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Dresden. Dies nehmen wir zum Anlass, die Leitung des Bistums Dresden-Meißen zu einem größeren Engagement in der Aufarbeitung zu ermutigen.

    Packen Sie die „heißen Eisen“ der Aufarbeitung im Bistum Dresden – Meißen an!

    Was wir fordern:

    Kein Verzögern, Vertuschen und Herausreden mehr. Nach 13 Jahren ist „Wir sind Lernende!“ nur noch im Zusammenhang mit „Wir sind Handelnde!“ zu akzeptieren.

    Agieren statt Reagieren. Beenden Sie die Salamitaktik, nur dazu Stellung zu beziehen, was die Medien in die Öffentlichkeit bringen.

    Übernehmen Sie als Bischof Verantwortung und Führung! Eröffnen Sie den Diskurs. Warten Sie nicht, bis die Gemeinde als „irritiertes System“ erkennbar wird.

    Unterstützen Sie zuerst und langfristig die sich mitteilenden Betroffenen.

    Suchen Sie proaktiv weitere Betroffene – an Orten, an denen identifizierte Täter tätig waren oder an die sie versetzt wurden. – durch öffentliche Aufrufe innerhalb und außerhalb der Kirche. Viele Betroffene haben die Kirche aufgrund ihrer Erfahrungen verlassen.

    Beteiligen Sie Betroffene frühzeitig an Aufarbeitungsformaten.

    Üben Sie echte und ehrliche Fürsorge für die Betroffenen. Diese muss über ein einmaliges „Seelsorgegespräch“ hinausgehen.

    Seien Sie machtsensibel. Kommunikation gelingt auf Augenhöhe und mit Empathie.

    Lassen Sie sich vom Staat helfen, indem Sie von Ihrem verfassungsrechtlich garantierten institutionellen Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machen und ihn darum bitten. Eine Institution kann sich nicht selbst aufarbeiten.

    Gliedern Sie die Militärseelsorge aus der regionalen Aufarbeitung aus.

    Begrenzen Sie den Zeitrahmen für die Aufarbeitung, damit die Betroffenen sie noch erleben.

    Nutzen Sie die Expertise Betroffener für Prävention und Aufarbeitung – diese wissen Bescheid.

    Rehabilitieren Sie Hinweisgeber. Prävention braucht die Bereitschaft, hinzuschauen und aktiv zu werden.

    Investieren Sie in Bildungsangebote im Bereich Prävention. Schutzkonzepte brauchen Menschen, die sie mit Leben füllen.

    Wählen Sie traumasensible Ansprechpersonen aus , die Meldungen entgegennehmen und Betroffene anhören.

    Setzen Sie sich für deutlich höhere Zahlungen an Betroffene ein. Das Bistum Dresden-Meißen hat derzeit von allen Diözesen die zweitniedrigsten durchschnittlichen „Anerkennungsleistungen“.

    Fördern Sie die Vernetzung Betroffener.

     

    Wir wollen:

    • Kinder und Jugendliche schützen
    • sexuellen und spirituellen Missbrauch verhindern
    • Schweigen brechen, Vertuschen beenden
    • Erfahrungsexpertise in Prävention, Intervention und Aufarbeitung einbringen
    • nachhaltige institutionelle Aufarbeitung
    • Hilfen/Kontakte vermitteln
    • Empowerment, Vernetzung und Informationsaustausch fördern
    • Vorurteile gegenüber Betroffenen abbauen helfen
    • Unterstützung anderer Betroffener
    • Recht auf Aufarbeitung
    • Einbringen der Sicht Betroffener
    • professionelle, traumasensible Pastoral als Teil der Erneuerung der Kirche

    Aufarbeitung mit Kirche und Staat – JETZT!

  • Mit einer Kunstaktion setzen wir ein Zeichen zum Beginn der Deutschen Bischofskonferenz am 27.2.23 in Dresden

    Neben guten Gesprächen mit Passant*innen sowie Pressevertreter*innen kamen einige Menschen extra auf uns zu, um uns ihre Solidarität zu bekunden. Dagegen war noch fast kein echter Bischof in Sichtweite oder gar zum Gespräch bereit. Ein tiefgründiges Gespräch führten wir mit Frau Dr. Gilles von der Deutschen Bischofskonferenz.

    In Aktion: unsere “Klagemauer” sowie die Mitmachaktion “Topflappen häkeln für die deutschen Bischöfe”, damit diese endlich wagen ihre “heißen Eisen” anzupacken.

    Am Stand hatten wir neben dem „Bischof im Nebel“-Plakat, auf dem ein echter erzgebirgischer Räucherbruder-Bischof war, noch einen weiteren Pseudobischof zeitweise am Stand sitzen. Die Presse haben wir immer sofort auf das „Pseudo-“ hingewiesen und sie waren garnicht überrascht.

    Unterstützung erhielten wir von Aktiven anderer in Deutschland tätigen Initiativen und gemeinsam bleiben wir dran auf die Wichtigkeit der Aufarbeitung von Missbrauch hinzuweisen!

    Aufarbeitung mit Kirche und Staat – JETZT!

  • Missbrauchsverdacht im Bistum Dresden – Meissen: Seelsorger von Aufgaben entbunden

    Ein weiterer neuer Mißbrauchsfall in unserem Bistum wurde bekannt. Ein Artikel von Frank Hommel in der Freien Presse vom 01.02.2023.

    Artikel lesen (bezahlter Inhalt, erfordert FP+)